Palestriana
Suite für Blechbläserquintett
Suite • 2025
Schwierigkeitsgrad 5 (schwehr) • ca. 15 Min. • FC Music Publishing
Instrumentation : 2Tpt, 1Hn, 1Tbn, 1Tba
Palestriana ist der Name eines Projekts, bei dem das Vokalensemble La Schola de Sion und das Blechbläserquintett der Harmonie Municipale de Sion zusammen kamen. Es wiwurderd im September 2025 im Rahmen der Schubertiade von Espace 2 in Sion (Wallis, Schweiz) vorgestellt. Unter der Leitung von Marc Bochud versammelte dieses Projekt zahlreiche junge Sängerinnen und Sänger sowie fünf Instrumentalisten, die abwechselnd Motetten von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525–1594) und Kompositionen von mir interpretierten.
Die für das Konzert komponierte Originalmusik sollte eine bestimmte Motette umrahmen oder einleiten. Dabei stützt sich jeder Satz mal auf das motivische Material eines Werks von Palestrina, mal auf die damit verbundene gregorianische Antiphon oder eine Kombination aus beidem. Die musikalische Sprache variiert stark von Satz zu Satz. Zwar werden manchmal ästhetische Prinzipien der Renaissance aufgegriffen, es werden aber auch zeitgenössischere Ausdrucksformen gewagt. Das Ziel besteht nicht darin, Palestrina zu imitieren, sondern einen Kontrast zu seiner Kompositionsweise zu schaffen und einem der bedeutendsten Komponisten der Geschichte Tribut zu zollen.
Die vorliegende Konzertsuite entstand aus der für das Projekt „Palestriana” komponierten Musik.
I. Intrada (supra Sicut cervus) · ca. 2’30
Die Intrada beginnt mit einer majestätischen Fanfare, die auf den ersten Intervallen der Motette Sicut cervus von Palestrina basiert. Die verschiedenen Melismen, die der Komponist verwendet, dienen als thematisches Material für die gesamte Einleitung, insbesondere im kontrapunktischeren Mittelteil. Die Intrada hat eine ternäre Form und endet mit der Wiederkehr des anfänglichen Fanfarenmotivs.
II. Meditazione e Toccata (supra Lucis creator optime) · ca. 4’30
Der zweite Satz beginnt mit einem Choralmotiv, das sich sowohl aus den « harmonischen » Progressionen der polyphonen Komposition der Motette von Palestrina als auch aus der gregorianischen Antiphon „Lucis creator optime” ergibt. Die Musik wird allmählich lebhafter, bevor sie schließlich in eine Toccata mit entschieden Scherzo-Charakter übergeht.
III. Invocazioni (supra Rex gloriose martyrum und Nigra sum, sed formosa) · ca. 6’30
Der Titel des dritten Satzes der Suite verweist auf den liturgischen Charakter des Repertoires Palestrinas, in dem das Gebet häufig in Form eines Dialogs zwischen mehreren Instanzen – beispielsweise verschiedenen Chören – erfolgt. In diesem Stück stehen sich zwei musikalische Elemente mit sehr kontrastierenden Eigenschaften gegenüber, die einander antworten, ähnlich wie Litaneien, auf die Momente der Kontemplation folgen.
IV. Finale (supra Kyrie Litaniarum deiparae virginis) · ca. 2′
Der letzte Satz weist eine symmetrische innere Struktur auf, wobei die Motive häufig sofort wiederholt werden, mit Variationen in Nuance oder Charakter. Das musikalische Material ist eine Parodie auf das Kyrie einer Messe, die der Jungfrau Maria gewidmet ist. Dieses zugleich festliche und feierliche Finale bildet einen glanzvollen Abschluss des Werks.